Rasseportrait

Hier finden Sie eine Beschreibung zu Erscheinungsbild und Wesen des Bolonka Zwetna sowie Grundlegendes zur Rassegesundheit. Außerdem möchte ich über die Bedeutung des Abstammungsnachweises in der Rassehundezucht informieren.

Rassebeschreibung • Charakter •
Abstammungsnachweis • Rassegesundheit •

Rassebeschreibung

Der Bolonka Zwetna ist eine russische Kleinhunderasse, die der Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde zuzuordnen ist. Er ist ein kleiner, etwas länglicher Hund von zarter Statur. Die Wristhöhe sollte zwischen 24 und 26 cm liegen. Das Gewicht schwankt zwischen 3 und 5 kg.

Der Bolonka Zwetna ist ein kleiner, kompakter Hund. Der Schädel wirkt durch die hängenden, nur am Ansatz etwas aufstehenden Ohren größer und runder. Die Augen sind rund und stehen nicht hervor. Augenfarbe und Nasenspiegel können zwischen schwarz und verschiedenen Brauntönen variieren. Die Rute wird über dem Rücken getragen und ist idealer Weise lang behaart. Seine Gangart ist frei und leicht.

Der Bolonka Zwetna ist ein langhaariger Hund, dessen Fell gewellt bis gelockt ist. Eine große Locke wird bevorzugt. Bezüglich der Farbe sind alle Variationen und Zeichnungen erlaubt, der Weißanteil soll möglichst gering sein. Der Bolonka ist am ganzen Körper dicht und großzügig behaart, die Unterwolle fehlt jedoch ganz oder teilweise (daher wenig haarend).

Der Idealtyp sieht vor, dass dem Bolonka Zwetna das Fell nicht geschnitten wird. Bilder dazu finden Sie auf verschiedenen Webseiten russischer Züchter. In Deutschland tragen die allermeisten Bolonki aus hygienischen Gründen und zur Erleichterung der Fellpflege ein mit der Schere eingekürztes Fell. Leider sieht man auch desöfteren Bolonki, deren Fell kurz geschoren wird. Dies verfremdet nicht nur die rassetypische Erscheinung, sondern schadet auch der Felltextur nachhaltig.

Charakter

Der Bolonka Zwetna gehört den Gesellschafts- und Begleithunden an. Er ist sehr auf seine Menschen fixiert und passt sich schnell an ihren Lebensrhythmus an. Der Bolonka begleitet seine Menschen am liebsten überall hin und sucht die Nähe zu ihnen, jedoch ohne dabei aufdringlich zu sein.

Der Bolonka Zwetna ist eine vollwertige Hundepersönlichkeit, die sich an Aktivitäten mit Artgenossen angemessen beteiligt. Spielen, toben, raufen, gewinnen und verlieren, ein Bolonka kommt mit diesen Situationen problemlos zurecht, wenn seine Halter ihm die Chance dazu geben. Mit seinem freundlichen, offenen Wesen erobert er vor allem aber Menschenherzen im Sturm.

Der Bolonka Zwetna ist gerne aktiv. Körperliche Aktivitäten wie Sportspiele und lange Wanderungen sind keine Mühe für ihn. Eine geeignete Begleitung für Jogger und Radfahrer ist er jedoch nicht. Außerdem hat der Bolonka große Freude an geistigen Herausforderungen. Suchspiele, Gehorsamkeitsaufgaben u.ä. lasten ihn aus und fördern die Bindung zwischen Hund und Halter.

Ausführlichere Informationen rund um den Bolonka können Sie im Bolonka e-book nachlesen, das Sie hier zum kostenlosen Download finden.

Abstammungsnachweis

Der Abstammungsnachweis wird oft auch als Stammbaum, Ahnenpass, Ahnentafel oder einfach als „Papiere“ bezeichnet. Es ist in aller Munde, dass Rassehunde einen Abstammungsnachweis haben und deshalb erheblich teuer sein sollen. Dabei gibt es zwischen dem Abstammungsnachweis und dem Kaufpreis eines Welpen nur einen mittelbaren Zusammenhang. Zunächst soll es um den Abstammungsnachweis gehen. Der Abstammungsnachweis ist ein Dokument, meist ein Heft oder eine Papiertafel, die von einem Zuchtverein ausgestellt wird und über mehrere Generationen hinweg beurkundet, aus welchen Verpaarungen ein konkreter Hund hervorgegangen ist. Natürlich kann ein Züchter auch selbst einen Stammbaum für seine Welpen erstellen. Auch diese hätte im juristischen Sinn den Charakter einer Urkunde, sofern deutlich wird, vom wem diese ausgestellt wurde. In der Rassehundezucht ist es jedoch üblich, dass der Urkundenaussteller ein eingetragener Verein ist. Kaufinteressenten sollten darauf achten, insbesondere wenn sie Zuchtabsichten haben. Nachfolgend erkläre ich warum.

Der Abstammungsnachweis gibt neben den Vorfahren in der Regel auch Auskunft über die Zuchtuntersuchungen der Vorfahren und deren Ergebnisse sowie über deren Ausstellungserfolge. Der Zuchtverein, der den Abstammungsnachweis ausstellt, bestätigt damit die Richtigkeit der gemachten Angaben, insbesondere für die Elterngeneration. Darüber hinaus prüft der Verein vor Ausstellung des Abstammungsnachweises, ob für die beiden Elterntiere eine Zuchtzulassung vorliegt und die Zuchtordnung des Vereins für diesen Wurf beachtet wurde.

Die Zuchtzulassung erhalten Hunde nach Begutachtung durch eine/n ZuchtrichterIn oder ZuchtwartIn, sofern die gesundheitlichen, charakterlichen und phänotypischen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Zuchtordnung eines Vereins regelt u.a. die Länge der Trächtigkeitspausen einer Hündin zwischen zwei Würfen, das zulässige Zuchtalter (i.d.R. ab vollendetem 15. Lebensmonat bis 8. Lebensjahr für Hündinnen, ab vollendetem 12. Lebensmonat für Deckrüden bis ultimo), Art und Umfang der Zuchtuntersuchungen, Regeln für die Linienzucht usw. Diese Überprüfungen dienen nicht nur der Zuchthygiene bzgl. der Rassegesundheit sondern auch dem Schutz der Zuchttiere vor Qual und Ausbeutung.

Nun zum Wert des Abstammungsnachweises: Der Abstammungsnachweis hat einen materiellen Wert von wenigen Euro. Er rechtfertigt also keine Kaufpreisdifferenz von mehreren Hundert Euro. Die Schaffung der Voraussetzungen für den Erhalt eines Abstammungsnachweises von einem Zuchtverein sind jedoch in der Regel sehr kostspielig. Dazu zählen Kosten für Zuchtuntersuchungen, für Zuchtzulassungsprüfungen, für die Zuchtpausen usw. Je nach Zuchtgröße geht es hier um mehrere Hundert oder auch Tausend Euro pro Jahr.

Und was hat das mit dem Kaufpreis des Welpen zu tun? ZüchterInnen, die die oben aufgeführten Zuchtbedingungen achten und wahren, werden ihre Welpen niemals für „kleines Geld“ verkaufen. Das bedeutet nicht, dass ZüchterInnen, die ohne Vereinsbindung züchten und ihre Welpen deshalb ohne Abstammungsnachweis eines Zuchtvereines verkaufen, nicht auch eine seriöse Zucht betreiben können. Aber es bedeutet, dass auch diese ZüchterInnen in der Regel einen Welpenpreis oberhalb 1000,- € verlangen werden. Von Welpenangeboten, die offerieren, einen Welpen mit oder ohne Abstammungsnachweis erwerben zu können, und so mit mehreren Hundert Euro Preisnachlass werben, kann ich nur abraten. Es ist anzunehmen, dass diese Welpen aus weniger sorgfältig geplanten oder gar zufälligen Verpaarungen stammen und die Elterntiere einem hohen Risiko körperlicher Ausbeutung unterliegen.

Die Bedeutung des Abstammungsnachweises ergibt sich also vor allem aus der Garantie des Vereins, dass bei der Verpaarung, aus der dieser Welpe hervorging, die Zuchtprinzipien des Vereins beachtet und alle erforderlichen Dokumente zur Überprüfung eingereicht wurden. Der Wert des Abstammungsnachweises ergibt sich aus der Gebührenordnung des Vereins; in meinem Verein sind das gerade einmal 15,- €.

Warum züchten dann einige seriöse ZüchterInnen ohne Vereinsbindung? Dafür kann es verschiedene Motive geben. Der wohl wichtigste Grund ist aus meiner Sicht, dass Vereine die Zucht nach ihren Vorstellungen reglementieren. Das bedeutet dann auch, dass die Zuchtordnungen der Vereine unterschiedlich streng sind. Aus dieser Perspektive kann eine gewisse Beliebigkeit unterstellt werden, die dann auch die Frage aufwirft, warum ein/e ZüchterIn sich überhaupt einer beliebigen Zuchtordnung unterstellen sollte. Hinzukommt, dass einige Vereine für einige Rassen absurde Moden anstreben, die dem Tierwohl nicht entsprechen. Das gilt für den Bolonka Zwetna zurzeit glücklicher Weise nicht. Zum Schluss hat Zucht auch einen schöpfenden, kreierenden Anspruch, der mit strengen Zuchtreglementierungen nicht immer vereinbar ist, und zwar deshalb weil dieser Anspruch immer auch mit Risiken verbunden ist. Dies gilt für den Bolonka im besonderen Maße. Besondere Farbschläge wie Merle, Blau und Lilac oder auch Merkmale wie blaue Augenfarbe sind beim Bolonka Zwetna eher die Ausnahme. Möchte ein/e ZüchterIn sich auf diese Merkmale spezialisieren, wird er/sie dafür im Verein wenig Unterstützung erhalten, weil diese Merkmale mit anderen negativen Merkmalen wie Hauterkrankungen, Taubheit, Blindheit usw. verbunden sein können. Diese „Freigeister“ der Bolonka-Zucht sollten Profis in der Genetik sein und ihre Verpaarungen sehr gewissenhaft dokumentieren, damit ihre Experimentierlust noch als seriöse Zucht bezeichnet werden kann.

Schwarze Schafe gibt es leider auch unter Züchtern mit Vereinsbindung. So kommt es vor, dass ZüchterInnen unehrliche Angaben machen oder Vereine diese Angaben nicht so genau prüfen, wie sie sollten. Bitte nutzen Sie Ihre (Kauf-)Kraft auch, um die ZüchterInnen nach dem Alter und der Anzahl der Würfe der Mutterhündin, nach den Kriterien für die Deckrüdenauswahl und nach den Ergebnissen der Zuchtuntersuchungen für die Elterntiere zu fragen. Lassen Sie sich die Befunde zeigen und erklären. Sie glauben, bei dem Kauf eines Welpen geht es um viel Geld? Dass ein Hund sehr teuer werden kann, werden Sie schmerzlich erfahren, wenn Sie teure Tierarztrechnungen begleichen müssen wegen Erkrankungen, die schon vor der Verpaarung mit einem einfachen Gentest hätten vermieden werden können. Stellen Sie kluge Fragen und hören Sie auf Ihren Verstand, erst wenn alle Faktoren stimmen, sollte ihr Herz entscheiden dürfen, welcher Welpe wohl am besten in Ihre Familie passt. 

Rassegesundheit

Die Gesundheit eines Hundes hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen wird sie durch die Konstitution der Rasse bestimmt. So haben einige Hunde allein aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit mit bestimmten Dispositionen zu kämpfen, z.B. sind Möpse und andere Molosser aufgrund ihrer Kurznasigkeit häufig von zu langen Gaumensegeln betroffen, die die Atmung behindern können. Oder Dackel leiden häufiger unter Rückenproblemen aufgrund ihrer verhältnismäßig langen Wirbelsäule. Derartige Dispositionen sind für den Bolonka Zwetna nicht bekannt. 

Neben der Konstitution spielen auch genetischen Anlagen eine wichtige Rolle für die Gesundheit eines Hundes. Die ZüchterInnen im deutschsprachigen Raum sind diesbezüglich recht gut vernetzt. Vor allem bzgl. der genetisch bedingten Augenerkrankungen gab es in den letzten Jahren einige Fälle, die dazu führten, dass nun vermehrt Gentests und klinische Augenuntersuchgen durchgeführt werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind zumindest für die Elterngeneration in den Abstammungsnachweisen eines Wurfes vermerkt. Zu erwähnen sind hier die Goniodysplasie, das Glaukom, der Katarakt und die Progressive Retina Atrophie. Gentests sind auch für die Merkmale Dilution (Farbschläge Blau und Lilac) und Merle möglich. Die diluten Farbschläge Blau und Lilac sind mit einem Risiko für Hauterkrankungen wie Alopezie und Juvenile Cellulitis verbunden. Mit dem Farbschlag Merle sind ebenfalls Risiken verbunden, sofern die Abstammungsnachweise für die Nachzuchten nicht korrekt geführt werden. Zu befürchtende Risiken sind v.a. Taubheit, Blindheit und Fehlbildungen. Beim Bolonka Zwetna sind die Abstammungsnachweise gerade bei Merle so bedeutsam, weil die Merlezeichnung des Welpen beim später erwachsenen Hund meist nicht mehr zu erkennen ist. 

Über die Konstitution einer Rasse und etwaige Gendefekte hinaus ist auch die Aufzucht und Haltung eines Welpen zunächst bei dem/der ZüchterIn und später in seiner neuen Familie von großer Bedeutung. Neben Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. die Patella Luxation und die Femurkopfnekrose sind auch fehlende oder falsch durchgeführte Entwurmungen und Impfungen sowie eine fehlerhafte Ernährung des Hundes zu nennen. Auf die Erkrankungen des Bewegungsapparates möchte ich noch einmal genauer eingehen. Patella Luxation und die Femurkopfnekrose können genetisch disponiert sein. Bzgl. der Patella Luxation ist eine klinische Untersuchung der Zuchthunde ab dem 12. Lebensmonat Standard. Hunde mit einem Schweregrad von 0 oder 1 sind zur Zucht zugelassen, Schweregrade > 1 sind von der Zucht ausgeschlossen. Viele ZüchterInnen züchten jedoch ausschließlich mit Hunden, die nachweislich einen Grad 0 für beide Kniegelenke haben, also nicht betroffen sind. Auch aus solchen Verpaarungen gehen selten Hunde hervor, die im Junghundalter eine Patella Luxation entwickeln. Fehler in der Haltung des jungen Hundes sind hier sehr wahrscheinlich (Treppensteigen, von der Couch springen etc.). Die Femurkopfnekrose kommt zum Glück sehr selten vor. Einen Gentest oder eine sichere klinische Untersuchung für Zuchthunde gibt es hier nicht. Neben genetischen Aspekten werden traumatische Ursachen diskutiert, die ebenfalls auf Fehler in der Haltung des jungen Hundes zurückzuführen sind: wildes Toben mit großen Hunden, Überlastung durch überlange Spaziergänge, Sprünge etc.

Vor den oben genannten Risiken kann man sich dank Gentests, medizinischen Untersuchungen und angemessenem Umgang mit dem eigenen Hund relativ gut schützen. Erkrankungen, die wir zurzeit jedoch weder durch die Konstitution, noch durch die Genetik, noch durch Haltungsfehler erklären können, bezeichne ich als Zufall oder Pech. Davor kann sich niemand schützen, weder ZüchterInnen noch WelpenkäuferInnen. Dazu gehören u.a. Allergien, Autoimmunerkrankungen, Herzfehler oder andere Organerkrankungen. Da der Bolonka Zwetna eine relativ junge Hunderasse und seine Zuchtpopulation relativ groß ist, kommt es eher selten vor, dass ein Bolonka das Pech hat, schwer zu erkranken. Sollte dies trotzdem der Fall sein, werden Sie spätestens jetzt erkennen, ob Sie an einen seriösen Züchter geraten sind. Sie dürfen Interesse und Beistand, die Abgeltung Ihrer gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüche ohne gerichtliche Auseinandersetzung sowie die Verwertung der Informationen über Krankheitsbild und Ursachen des Hundes für die weitere Zucht erwarten.

Vielleicht sind Sie jetzt ein wenig erschreckt. Ich möchte noch einmal betonen, dass der Bolonka Zwetna eine recht gesunde und robuste Rasse ist. Und dennoch muss man wissen, dass man beim Kauf eines Hundes ein gewisses Restrisiko mitkauft.

Bolonka Zwetna Welpen von der Waterkant in Schwerin

Bolonka Zucht in Mecklenburg-Vorpommern

Besuchen Sie gerne meine Bolonka Zwetna Hundezucht in 19059 Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern. Lernen Sie meine Hunde und unsere Welpen kennen und von unserer kleinen Hobby-Zucht!